Studentische Wohnungen bleiben Mangelware und teuer – Heidelberg an der Spitze
Studentische Mieten steigen weiter, Neubau bleibt hinter Bedarf zurück
Der neue MLP-Studentenwohnreport 2026 zeichnet ein klares Bild: Für viele Studierende in Baden-Württemberg ist die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zur akuten Belastung geworden. Steigende Mietpreise treffen auf abnehmende Bautätigkeit, sodass Engpässe auf dem studentischen Wohnungsmarkt immer wahrscheinlicher werden.
Das zeigt sich besonders in Heidelberg. Die 21-jährige Jura-Studierende Sophie Hoerd stammt aus Frankreich und erlebte die Schwierigkeit der Lage hautnah. Zur Semesterbeginn fand sie nur sehr kurzfristig ein Zimmer im Stadtteil Neuenheim. Kurz darauf machte ein Wohnungsbrand ihre Unterkunft unbewohnbar. Glücklicherweise fand sie eine Übergangslösung «bei netten Menschen» und schließlich eine kleine Einzimmerwohnung mit 30 Quadratmetern für 650 Euro Warmmiete – günstiger, als es für sie ein WG-Zimmer gewesen wäre.
Laut Report ist Heidelberg eine der teuersten Hochschulstädte Deutschlands: Für eine typische studentische 30-Quadratmeter-Wohnung werden im Durchschnitt rund 700 Euro Warmmiete veranschlagt, ein WG-Zimmer kostet etwa 690 Euro. Damit rangiert die Stadt im oberen Bundesfeld, noch vor Metropolen wie Stuttgart oder Düsseldorf. Die starke studentische Präsenz wird deutlich: Auf 100 Einwohner kommen hier rund 23 Studierende.
Bundesweit zeigt der MLP-Report, dass Studierende mit der BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro an den meisten Standorten nicht auskommen. Lediglich in Chemnitz lässt sich demnach noch eine 30-Quadratmeter-Musterwohnung mit dieser Pauschale bezahlen. In vielen Städten sind Studierendenwohnheime die einzige vergleichsweise günstige Option – doch Plätze sind knapp. In Tübingen etwa sind die Wohnheime zum Semesterstart bereits voll; dort kostet ein Wohnheimzimmer im Schnitt rund 312 Euro, wobei die Nebenkosten bei Neuverträgen ansteigen.
Auch andere baden-württembergische Hochschulstädte spüren den Druck: In Konstanz liegen die Warmmieten für WG-Zimmer und kleine Wohnungen deutlich über dem Studierendenbudget, in Mannheim sind die Preise zwar etwas moderater, aber ebenfalls fernab einer realistischen BAföG-Versorgung.
Die Folgen sind weitreichend: Studierende verlieren Zeit und Geld bei der Suche, sind häufiger auf Übergangslösungen angewiesen und sehen sich in ihrer Studienfinanzierung bedroht. Experten warnen, dass ohne deutlich mehr Neubau und gezielte Förderungen die Versorgungslage weiter leidet. Für viele bleibt die Hoffnung, dass geplante Neubauprojekte und zusätzliche Wohnheimplätze mittelfristig Entlastung bringen – kurzfristig aber ändert das für viele Betroffene wenig.
Der MLP-Studentenwohnreport 2026, erstellt vom Finanzberatungsunternehmen MLP und dem Institut der Deutschen Wirtschaft, analysiert die Entwicklung an 38 Hochschulstandorten in Deutschland und legt den Fokus auf kleine Wohnungen bis 40 Quadratmeter sowie WG-Zimmer in Uni-Nähe.